Freizeit & Reisen
Die Saarschleife bei Sonnenunteergang.
© Kevin Ehm
26.01.2026
Artikel zum Hören 09:56 Min.
Lesedauer ca. 7 :00 Min.
26.01.2026
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Wo die Saar eine Pirouette dreht: Abenteuer rund um die legendäre Saarschleife

Kommen wir gleich zur Sache: Flüsse gibt es viele in Deutschland. Aber keiner dreht eine solche Pirouette wie die Saar bei Mettlach. Die Saarschleife ist das Postkartenmotiv schlechthin – ein Fluss, der sich fast um sich selbst windet, um kurz darauf wieder brav weiterzufließen. Doch das ist längst nicht alles, was diese Ecke Deutschlands zu bieten hat. Neben der Saarschleife gibt es in der Region so viel zu entdecken, dass man glatt den Eindruck gewinnen könnte, das Saarland hätte mehr als seine knapp 2.500 Quadratkilometer in petto. Warum also diesen Artikel lesen? Nun, wenn Sie auf der Suche nach einem Ausflugsziel sind, das nicht nur die Augen verwöhnt, sondern auch die Beine fordert, dann sind die Saarschleife und ihre Umgebung genau das Richtige für Sie. Wir zeigen Ihnen, warum dieses Stück Natur mehr zu bieten hat als nur einen schönen Aussichtspunkt. Vom Baumwipfelpfad über Wanderungen bis hin zu kulinarischen Genüssen ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Die Saarschleife – das klingt zunächst harmlos. Eine kleine Flussbiegung vielleicht, nichts Weltbewegendes, oder? Falsch gedacht. Es ist eine der imposantesten Flussschleifen Europas. Der Fluss macht eine scharfe Kurve, die fast an die Eleganz eines Schlangenritts erinnert. Und das Beste daran? Dieses Naturschauspiel kann man sowohl aus der Vogelperspektive als auch hautnah vom Wasser aus erleben.

Am berühmtesten ist der Blick von der Cloef. Klingt wie ein Berg aus „Herr der Ringe“, oder? Tatsächlich ist die Cloef ein Aussichtsplateau, von dem aus man die gesamte Saarschleife in einem grandiosen Panoramablick überblicken kann. Tausende Besucher zieht es jedes Jahr hierher – und das aus gutem Grund. Steile Hänge, tiefgrüne Wälder und der Fluss, der sich in einer mächtigen Schleife unter den Füßen hindurchschlängelt, bieten ein Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht. Es gibt Orte, die kann keine Kamera einfangen – die Saarschleife gehört dazu.

Baumwipfelpfad – Natur aus der Vogelperspektive

© Erlebnis Akademie AG/Baumwipfelpfad Saarschleife

Baumwipfelpfad – Natur aus der Vogelperspektive

Wer den Blick von der Cloef beeindruckend findet, aber noch mehr Abenteuer sucht, für den gibt es den Baumwipfelpfad. Er führt durch die Baumkronen des Saar-Urwaldes bis in eine Höhe von 23 Metern. Hier kann man nicht nur wie ein Adler über die Landschaft blicken, sondern auch an interaktiven Stationen mehr über Flora und Fauna erfahren. Eine tolle Möglichkeit, nicht nur zu staunen, sondern auch schlauer aus dem Wald herauszukommen, als man hineingegangen ist.

Der Höhepunkt des Pfades – im wahrsten Sinne des Wortes – ist der 42 Meter hohe Aussichtsturm, der einen der beeindruckendsten Ausblicke auf die Saarschleife bietet. Keine Angst, Kletterausrüstung ist nicht erforderlich: Ein sanft ansteigender Weg führt ganz nach oben. Von dort hat man einen 360-Grad-Panoramablick, der bei gutem Wetter sogar bis nach Frankreich und Luxemburg reicht.

Klingt toll, oder? Ist es auch. Und das Beste daran: Es ist eine Aktivität für jedermann. Man muss kein Bergsteiger sein, um den Baumwipfelpfad zu bewältigen. Auch Kinder haben ihren Spaß, denn an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken – von interaktiven Schautafeln bis hin zu kleinen Abenteuerspielplätzen entlang des Weges.

Wandern bis zum Horizont und darüber hinaus

©Gregor Lengler

Wandern bis zum Horizont und darüber hinaus

Die Saarschleife allein ist schon ein Traumziel für alle Wanderfreunde. Doch was wäre ein Naturparadies ohne ein paar tolle Wanderwege, die den Blick auf das Ganze erst richtig öffnen? Zum Glück hat das Saarland in dieser Hinsicht einiges zu bieten.

Beginnen wir mit dem Saar-Hunsrück-Steig, einem der schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Der 410 Kilometer lange Weg führt Wanderer durch das malerische Saarland, über die Höhen des Hunsrücks und entlang der Mosel bis nach Rheinland-Pfalz. Besonders reizvoll ist der Abschnitt rund um die Saarschleife. Hier wechseln sich dichte Wälder mit offenen Wiesen ab, und immer wieder bieten sich fantastische Ausblicke auf die Saar, die sich durch das Tal schlängelt.

Wem der Saar-Hunsrück-Steig zu lang ist – schließlich will nicht jeder gleich mehrere Wochen wandern –, für den gibt es auch kürzere, aber nicht minder spektakuläre Alternativen. Der Cloef-Pfad zum Beispiel ist ein etwa 10 Kilometer langer Rundwanderweg, der direkt zur Saarschleife führt. Neben herrlichen Ausblicken ins Saartal bietet er zahlreiche Rastplätze, an denen man die Seele baumeln lassen kann

Welchen Weg Sie auch wählen – die Landschaft rund um die Saarschleife ist wie geschaffen für ausgedehnte, erholsame Wandertage. Aber Vorsicht: So schön und abwechslungsreich wie diese Landschaft ist, kann man sich leicht darin verlieren.

Ein kleiner Abstecher ins Mittelalter: Burg Montclair

Ein kleiner Abstecher ins Mittelalter: Burg Montclair

So schön die Natur auch sein mag, ab und zu braucht der Mensch ein wenig Kultur und Geschichte. Und auch da ist die Region rund um die Saarschleife nicht arm. Ein besonders eindrucksvolles Zeugnis vergangener Zeiten ist die Burg Montclair, die hoch über der Saar thront.

Die Burg stammt aus dem Mittelalter und wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Heute kann man das imposante Bauwerk besichtigen – allerdings nicht ohne Mühe. Um die Burg zu erreichen, muss man entweder eine halbstündige Wanderung durch den Wald auf sich nehmen oder man wählt den etwas bequemeren Weg über die Saarfähre „Welles“, die die Besucher direkt zur Burg bringt. Oben angekommen erwartet Sie nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch ein grandioser Blick über das Tal.

Doch die Burg Montclair ist nicht nur ein historisches Denkmal. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen statt, die das Mittelalter wieder lebendig werden lassen. Vom Ritterfest bis zur Falknerei – auf der Burg wird Geschichte erlebbar. Ein Muss für alle, die neben der Natur auch ein bisschen Kultur schätzen.

Wilde Tiere und stille Wälder – der Naturpark Saar-Hunsrück

© Marcus Simaitis

Wilde Tiere und stille Wälder – der Naturpark Saar-Hunsrück

Das Saarland ist nicht nur klein und fein, sondern auch wild – zumindest was seine Tierwelt angeht. Der Naturpark Saar-Hunsrück, der sich über das Saarland und Rheinland-Pfalz erstreckt, ist ein wahres Paradies für Naturliebhaber. Hier leben nicht nur Wildschweine und Hirsche, sondern auch seltene Vögel und Pflanzen, die man bei einer Wanderung durch den Park entdecken kann.

Einer der Höhepunkte des Parks ist der Wildpark Freiherr von Stein in Merzig. Hier können Sie heimische Wildtiere aus nächster Nähe beobachten. Die großzügigen Gehege des Parks bieten den Tieren viel Platz und die Besucher haben die Möglichkeit, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. Besonders für Familien ist der Wildpark ein ideales Ausflugsziel, denn neben den Tieren gibt es auch zahlreiche Spielplätze und Picknickplätze.

Der Naturpark hat aber nicht nur Wildtiere zu bieten. Die zahlreichen Wander- und Radwege führen durch einige der schönsten Landschaften Deutschlands. Besonders empfehlenswert ist der „Saar-Hunsrück-Traum“, ein Netz aus verschiedenen Premiumwanderwegen, die speziell für Naturliebhaber*innen entwickelt wurden. Hier wandert man auf schmalen Pfaden, vorbei an plätschernden Bächen und durch dichte Wälder – immer begleitet vom Rauschen der Natur.

Kulinarische Genüsse – das Beste kommt zum Schluss

© Eike Dubois

Kulinarische Genüsse – das Beste kommt zum Schluss

Nach einem langen Tag in der Natur meldet sich der Hunger. Gut, dass das Saarland für seine deftige Küche bekannt ist. Hier wird noch richtig aufgetischt, mit Gerichten, die satt und glücklich machen. Eine regionale Spezialität ist der „Dibbelabbes“, ein Kartoffelgericht mit Lauch, Speck und Ei, das herzhaft und knusprig aus der Pfanne kommt

Und dann ist da noch der „Schwenker“, der saarländische Grillklassiker. Dabei handelt es sich um mariniertes Schweinefleisch, das über offenem Feuer auf einem Schwenkgrill zubereitet wird – ein echter Genuss, den man bei Gelegenheit unbedingt probieren sollte.

Auch Weinliebhaber kommen in der Region nicht zu kurz. Die Weinberge entlang der Saar sind bekannt für ihre hervorragenden Rieslingweine. Zahlreiche Weingüter laden zu Weinproben ein, bei denen man die edlen Tropfen direkt vor Ort probieren kann. Besonders empfehlenswert ist eine Tour entlang der Saarweinstraße, die von Serrig bis zur luxemburgischen Grenze führt und einige der besten Weingüter der Region miteinander verbindet.

Mehr als nur eine Schleife

Mehr als nur eine Schleife

Die Saarschleife ist zweifellos ein beeindruckendes Naturwunder, aber nur der Anlass für einen Besuch in der Region. Das Saarland bietet eine Fülle von Erlebnissen – von atemberaubenden Aussichten über spannende Wanderungen bis hin zu kulinarischen Höhepunkten. Hier lassen sich Natur, Geschichte und Genuss perfekt miteinander verbinden. Warum also noch länger warten? Packen Sie Ihre Wanderschuhe ein und machen Sie sich auf den Weg – die Saarschleife und ihre Umgebung warten auf Sie.

Lesetipp: Ihnen hat dieser Beitrag gefallen? Dann haben wir noch etwas für Sie. Die Mosel ist ebenfalls einen Ausflug wert. Ein Roadtrip entlang der Moselschiefer-Straße eröffnet völlig neue Perspektiven.

Wo die Saar eine Pirouette dreht: Abenteuer rund um die legendäre Saarschleife
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