Mobilität & Verkehr
E-Auto
14.12.2022
Lesedauer ca. 4 :00 Min.
14.12.2022

5 Mythen rund ums Elektroauto

Zu teuer, zu langweilig und zu wenig Reichweite: Die Vorurteile gegen Elektroautos sind zahlreich. Wir haben einen Blick auf die größten Irrtümer rund um moderne E-Fahrzeuge geworfen.

Mythos 1: Steigende Strompreise machen E-Autos unerschwinglich

Die Energiepreise gehen durch die Decke, auch Strom wird immer teurer. Das steigert logischerweise auch die Ladekosten für ein Elektroauto. Eine Preis- und Marktanalyse der Arbeiterkammer Wien kommt dennoch zu dem Schluss, dass das E-Laden trotz steigender Strompreise weiter günstiger ist als den Tank mit herkömmlichen Kraftstoffen zu füllen. Auch in Deutschland wird der Kostenvorteil kleiner, geht aber nicht verloren. Wer sein Fahrzeug auf der Arbeit oder Zuhause laden kann, profitiert zusätzlich von günstigeren Ladetarifen.

Mythos 2: Die Reichweite ist zu gering

Noch vor einigen Jahren war die Reichweitenangst bestimmendes Thema in der E-Debatte. Die Sorge: Mit dem E-Auto nicht weit genug fahren zu können und Gefahr zu laufen, mit leerer Batterie am Straßenrand zu stranden. Diese Angst ist aber unbegründet. Eine Studie des Vergleichsportals CHECK24 zeigte erst kürzlich: Die jährliche Fahrleistung von Elektroautos liegt im Schnitt sogar 19 Prozent über der von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Selbst ein Elektroauto mit kleinerer Batterie und einer geringeren Reichweite reicht für einen Großteil aller Fahrten im Alltag völlig aus. Denn in Deutschland fahren die Menschen durchschnittliche 19 Kilometer pro Tag und reizen damit nicht einmal annähernd die Reichweiten selbst kleinster E-Auto Batterien aus.

Mythos 3: Es gibt zu wenig Ladestationen

Die Anzahl der Ladepunkte für Elektroautos wächst stetig. Laut der Bundesnetzagentur sind in Deutschland Stand Herbst 2022 über 68.000 Ladesäulen im Betrieb. Auf den deutschen Autobahnen, dem Herzstück des Verkehrs in der Bundesrepublik, lässt sich zudem oftmals ganz schnell per Schnellladestation massiv Reichweite nachladen. Momentan warten über 1.400 Ladepunkte an den Raststätten an der Autobahn auf Elektromobilisten und ihre E-Autos. Selbst Autofahrer, die viele Kilometer zurücklegen müssen, haben in der Zeit, die man für eine kleine Kaffeepause braucht, schon genug Energie nachgeladen, um ihre Reise sorgenfrei fortzusetzen. Die meisten E-Autos nutzen zudem smarte Bordtechnik, die automatisch die nächsten Schnelllader entlang der eigenen Fahrtroute anzeigen und ansteuern.

Mythos 4: Die Fahrt mit einem E-Auto ist langweilig

Fahrspaß geht nur mit Benzingeruch und aufheulendem Motor? Falsch gedacht. Die Batterien in elektrischen Fahrzeugen sind schwer, im Fahrzeugboden verbaut und vertiefen dadurch den Fahrzeugschwerpunkt. Und das sorgt für viel Fahrspaß, vor allem dann, wenn es in die Kurve geht. An der Ampel lässt ein E-Auto auch jeden Sportwagen beim Anfahren hinter sich, weil die Energie des Motors mit dem Tritt aufs Pedal sofort und unmittelbar verfügbar ist. Bei vielen Modellen stellt sich beim geräuschlosen Fahren bei höheren Geschwindigkeiten auch das Gefühl des Segelns über die Straße ein.

Mythos 5: Bei der Klimabilanz zählt nur das Fahren

Ein Blick auf den Auspuff erzählt nur einen Teil der Geschichte. Schon bevor ein Auto losfährt, entstehen Emissionen – bei der Herstellung des Fahrzeugs und seiner Batterie. Später kommen die Bereitstellung von Strom oder Kraftstoff und die Nutzung hinzu. Das Umweltbundesamt empfiehlt beim Autokauf batterieelektrische Pkw aus Klimasicht gegenüber Verbrennern. Wie groß der Vorteil im jeweiligen Vergleich ausfällt, hängt unter anderem von Fahrzeugklasse, Batteriegröße, Strommix und Laufleistung ab. Eine Aussage zur Klimabilanz beantwortet allerdings noch nicht jede Frage zu Rohstoffen oder anderen Umweltwirkungen. Wer genauer hinsieht, bekommt deshalb ein aussagekräftigeres Bild als mit einem pauschalen Etikett.

Fünf Mythen, viele Fragen – und gute Gründe, genauer hinzusehen. Wer über ein Elektroauto nachdenkt, sollte die eigenen Strecken, Lademöglichkeiten und Kosten am konkreten Modell prüfen. So wird aus einer Grundsatzdebatte eine Entscheidung, die zum Alltag passt.

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