Falsche Fuffziger am Strand – wie Urlauber Falschgeld erkennen
Der Duft von Sonnencreme liegt in der Luft, die Eisverkäufer rufen und irgendwo in der Ferne klappert eine Vespa über das Kopfsteinpflaster – Urlaubsstimmung pur. Doch so entspannt das Ambiente auch ist, in Sachen Bargeld kann die Ferienidylle schnell Risse bekommen. Denn während man sich selbst im Erholungsmodus befindet, sind andere hellwach – und drücken einem unbemerkt falsche Scheine in die Hand. Besonders in touristischen Hotspots ein beliebtes Spiel. Doch mit ein paar einfachen Tricks bleibt die Reisekasse sauber.

Gefälschte Scheine: Ein internationales Problem

Gefälschte Scheine: Ein internationales Problem
Ob auf dem Marktplatz in Neapel, dem Nachtmarkt in Bangkok oder beim Strandverkäufer in Rio – Falschgeld ist ein globales Phänomen. Die Schattenwirtschaft boomt, und Touristen sind ein beliebtes Ziel. Oft geschieht der Austausch ganz beiläufig: Wechselgeld, das beim Kauf eines Souvenirs zurückgegeben wird, oder größere Scheine, die beim Mieten eines Mopeds über den Tisch wandern. Dabei werden die gefälschten Banknoten selten direkt erkannt – erst beim nächsten Einkauf oder im schlimmsten Fall bei der Rückreise am Flughafen fliegt der Schwindel auf.Sicher zahlen im Ausland: Euro, Dollar oder Lira?

Sicher zahlen im Ausland: Euro, Dollar oder Lira?
Der Euro gilt in vielen Ländern als stabile Währung – auch dort, wo er gar nicht offizielles Zahlungsmittel ist. Kein Wunder also, dass gerade dieser Schein besonders häufig gefälscht wird. Auch US-Dollar, britische Pfund oder die türkische Lira sind bei Fälschern beliebt. In Ländern mit schwacher Landeswährung kann es zudem vorkommen, dass touristische Dienstleistungen bevorzugt in Euro oder Dollar bezahlt werden sollen. Klingt praktisch, erhöht aber auch das Risiko, Falschgeld untergeschoben zu bekommen.Fühlen, sehen, kippen – die Drei-Finger-Regel
Fühlen, sehen, kippen – die Drei-Finger-Regel
Echtes Geld verrät sich durch seine Haptik – und das weltweit. Euro-Banknoten bestehen aus einem festen Baumwollpapier, das sich rau und widerstandsfähig anfühlt. Glatte oder schmierig wirkende Scheine sollten stutzig machen. Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen, Hologramme und Sicherheitsfäden sind bei originalen Scheinen präzise eingearbeitet. Besonders das Kippen des Scheins bringt Bewegung ins Spiel: Farbeffekte und glänzende Motive ändern sich je nach Lichteinfall – ein Trick, den Fälscher nur schwer nachahmen können.Bargeld wechseln – aber richtig
Bargeld wechseln – aber richtig
Ein beliebter Trick in Touristenregionen: Der angeblich bessere Wechselkurs abseits offizieller Stellen. Doch wer am Flughafen, in Bars oder auf der Straße Geld tauscht, spielt oft Roulette mit seiner Urlaubskasse. Scheinbar freundliche Händler oder sogar Taxifahrer, die „zufällig“ gerade noch wechseln können, entpuppen sich häufig als findige Abzocker. Und selbst wenn der Kurs gut scheint – mit gefälschtem Bargeld hat niemand gewonnen. Sichere Alternativen sind offizielle Wechselstuben, Banken oder Bankautomaten. Achtung aber auch hier: Immer auf versteckte Gebühren und die Seriosität der Maschine achten.Vorsicht beim Bezahlen – klassische Tricks im Umlauf

Vorsicht beim Bezahlen – klassische Tricks im Umlauf
Ein besonders dreister Trick: Das Wechselgeld wird mit einer Mischung aus echten und gefälschten Scheinen herausgegeben. Gerade bei größeren Summen sollte genau hingeschaut werden. Auch beliebt: Der Kassierer behauptet, man habe mit einem gefälschten Schein bezahlt – obwohl man selbst echte Scheine übergeben hat. In der Hektik und Sprachbarriere lässt sich so mancher einschüchtern. Tipp: Immer wissen, mit welchen Scheinen man bezahlt – und idealerweise vorher notieren.Verdacht auf Falschgeld – was tun?
Verdacht auf Falschgeld – was tun?
Hat man den Verdacht, Falschgeld erhalten zu haben, sollte man es auf keinen Fall einfach weitergeben. Auch im Ausland kann das als versuchte Betrug gewertet werden. Stattdessen sollte der Schein fotografiert, sicher verwahrt und bei der Polizei oder – falls erreichbar – der deutschen Botschaft gemeldet werden. Viele Länder verfügen zudem über spezielle Hotlines für Touristen, die bei Betrug helfen. Wer sich unsicher fühlt, kann auch in großen Hotels oder bei Reiseleitungen nach Rat fragen.Technik kann helfen: Apps und Gadgets für unterwegs
Technik kann helfen: Apps und Gadgets für unterwegs
Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Apps, die Falschgeld erkennen können – meist durch eine Kombination aus Kamera und Datenbankabgleich. Besonders praktisch: Viele dieser Anwendungen funktionieren auch offline, ideal für den Einsatz im Ausland ohne Roaming-Gebühren. Zudem gibt es handliche UV-Lampen oder Stifte zur Prüfung – klein genug, um in jede Hosentasche zu passen. Wer häufig reist, könnte damit gut beraten sein.Besser vorbereitet als abgezockt
Besser vorbereitet als abgezockt
Falschgeld im Urlaub ist ärgerlich, aber vermeidbar. Wer sich vorbereitet, typische Tricks kennt und die gängigen Sicherheitsmerkmale seiner Währung beherrscht, hat deutlich bessere Karten – im wahrsten Sinne des Wortes. Und auch wenn Bargeld in vielen Situationen praktisch bleibt: Oft ist Kartenzahlung sicherer, schneller und nachvollziehbar. Gerade in Ländern mit gutem digitalen Zahlungssystem ist der Schritt weg vom Schein kein Rückschritt – sondern smarter Selbstschutz.Nicht nur ein Urlaubsproblem: Auch zu Hause im Umlauf

Nicht nur ein Urlaubsproblem: Auch zu Hause im Umlauf
So sehr das Thema Falschgeld mit Ferien, Fernweh und fliegenden Händlern in Verbindung gebracht wird – das Problem macht an der Landesgrenze keinen Halt. Auch in Deutschland werden regelmäßig gefälschte Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Laut Bundesbank handelt es sich dabei überwiegend um 20- und 50-Euro-Scheine, die vor allem im Einzelhandel und bei Privatverkäufen auftauchen. Besonders perfide: Viele Fälschungen sind so gut gemacht, dass selbst Kassiererinnen und Kassierer sie nicht sofort erkennen.Auch beim privaten Verkauf über Kleinanzeigenportale oder auf dem Flohmarkt kann es passieren, dass man statt echter Scheine eine hochwertige Kopie in der Hand hält. Deshalb lohnt sich ein wachsames Auge nicht nur unter Palmen, sondern auch beim Bäcker um die Ecke. Wer die Sicherheitsmerkmale kennt und regelmäßig nutzt, schützt sich auch zu Hause zuverlässig vor Betrug – ganz ohne Urlaubsfeeling.
So erkennen Sie die Sicherheitsmerkmale eines Euro-Scheins

So erkennen Sie die Sicherheitsmerkmale eines Euro-Scheins
1. Fühlen: Echte Euro-Scheine bestehen aus Baumwollpapier und fühlen sich fest und griffig an – nicht glatt oder wächsern. Die Wertzahl auf der Vorderseite ist leicht erhaben und spürbar.2. Sehen: Gegen das Licht gehalten, erscheinen das Wasserzeichen, der Sicherheitsfaden und die durchsichtige Zahl. Diese Elemente sind direkt in das Papier eingearbeitet – nicht aufgedruckt.
3. Kippen: Je nach Blickwinkel verändert sich das Hologramm – bei kleinen Scheinen ein Streifen, bei größeren ein Hologrammfenster. Auch die glänzende Wertzahl auf der Rückseite schimmert in verschiedenen Farben.
Extra-Tipp:
Die Merkmale gelten für alle Banknoten der sogenannten Europa-Serie (ab 2013). Wer sich unsicher ist, kann sich auf der Website der Europäischen Zentralbank oder mit der kostenlosen „CashTest“-App schlau machen.
Lesetipp: Wie Sie entspannt in den Urlaub starten und diesen auch in vollen Zügen genießen können, erfahren Sie in unserem Beitrag Endlich Urlaub: So können Sie die schönste Zeit des Jahres entspannt genießen.