Innovation & Arbeit
22.08.2025
Artikel zum Hören 10:17 Min.
Lesedauer ca. 8 :00 Min.
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Die ehrenamtlichen Helfer: Freiwillige Feuerwehr und THW – wenn es darauf ankommt, sind sie zur Stelle

Wenn auf der Autobahn Blaulicht blinkt und der Verkehr zum Stillstand kommt, sind sie schon mitten im Einsatz: die Freiwilligen Feuerwehren und das Technische Hilfswerk. Ohne großes Aufsehen sorgen sie dafür, dass aus einem Unfall keine Katastrophe wird. Wer sind die Menschen hinter den Helmen und Blaumännern, die sich ehrenamtlich für die Sicherheit anderer einsetzen? Tauchen Sie ein in die Welt der unsichtbaren Helden, die rund um die Uhr bereit sind, im entscheidenden Moment zu helfen.

Es ist mitten in der Nacht, die Autobahn liegt ruhig unter einem sternenklaren Himmel. Plötzlich: Bremsen quietschen, Autos krachen aufeinander. Ein Unfall. Menschenleben sind in Gefahr. Ein Horrorszenario, bei dem niemand als Akteur dabei sein will. Aber: Innerhalb weniger Minuten tauchen grell blinkende Blaulichter die Unfallstelle in ihr Licht. Und noch bevor die meisten Autofahrer begreifen, was gerade passiert ist, sind sie schon da – die Freiwillige Feuerwehr und das Technische Hilfswerk, kurz THW. Kein Spektakel, keine Show: Einfach Profis bei der Arbeit. Und das alles ehrenamtlich.

Die stillen Helden des Alltags

Die stillen Helden des Alltags

In einer Welt, in der „Ehrenamt“ für viele nur noch ein Wort ist, gibt es immer noch Menschen, die ganz selbstverständlich helfen, wenn es brennt – und das oft im wahrsten Sinne des Wortes. Die Freiwilligen Feuerwehren und das Technische Hilfswerk sind da, wenn andere längst in Panik verfallen. Und das seit Jahrzehnten. Wer sie sind? Ganz normale Menschen: Ihr Nachbar, die Bäckerin von nebenan oder der Typ, der Sie auf dem Weg zur Arbeit immer so freundlich grüßt. Sie alle könnten Teil der Truppe sein, die bei Alarm alles stehen und liegen lässt, um anderen zu helfen.

Brenzlige Situationen? Alltag bei der Freiwilligen Feuerwehr

Brenzlige Situationen? Alltag bei der Freiwilligen Feuerwehr

Obwohl es in größeren Städten und Ballungsgebieten Berufsfeuerwehren gibt, die rund um die Uhr einsatzbereit sind, kann auf die Freiwilligen Feuerwehren nicht verzichtet werden. In den meisten Regionen Deutschlands – vor allem auf dem Land – sind es die ehrenamtlichen Kräfte, die den Brandschutz und die Hilfe bei Unglücksfällen sicherstellen. Oft arbeiten sie Hand in Hand mit den Berufsfeuerwehren und springen dort ein, wo deren Kapazitäten enden oder gar nicht vorhanden sind. So ergänzen sich die beiden Systeme optimal und sorgen dafür, dass in jeder Notsituation schnell und effektiv gehandelt wird.

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland ist eng mit der Entwicklung des modernen Sicherheitsdenkens verbunden. Gegründet Mitte des 19. Jahrhunderts, als Städte und Dörfer zunehmend von den Gefahren unkontrollierter Brände bedroht wurden, nahm die Idee des organisierten Brandschutzes Gestalt an. Damals war der Brandschutz noch weit davon entfernt, eine staatliche Aufgabe zu sein. Es waren die Bürger selbst, die erkannten, dass sie in Sachen Sicherheit auf sich allein gestellt waren. Es entstanden die ersten freiwilligen Vereinigungen, die sich um den Brandschutz in ihren Gemeinden kümmerten – eine Aufgabe, die für viele bald zur Lebensaufgabe wurde.

Diese ersten Freiwilligen Feuerwehren waren oft nur mit Eimern, einfachen Pumpen und Leitern ausgerüstet. Doch was ihnen an Ausrüstung fehlte, machten sie durch unerschütterlichen Gemeinschaftssinn und unbändigen Mut wett. In einer Zeit, in der Feuer eine allgegenwärtige Bedrohung darstellte, wurden die Freiwilligen Feuerwehren zu einem Symbol des Zusammenhalts und der Verantwortung füreinander. Heute, fast 200 Jahre später, sind die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Alltag in Deutschland nicht mehr wegzudenken. In fast jeder Stadt, in jedem Dorf, von den ländlichsten Regionen bis zu den Ballungszentren sind sie präsent – immer bereit, im Notfall zu helfen. Mit rund einer Million Mitgliedern, von denen etwa 95 Prozent ehrenamtlich tätig sind, bilden sie das Rückgrat des flächendeckenden Brandschutzes in Deutschland. Doch das Löschen von Bränden ist längst nicht mehr ihre einzige Aufgabe.

Die moderne Freiwillige Feuerwehr hat sich zu einem vielseitigen Rettungsdienst entwickelt, der auf eine beeindruckende Bandbreite von Einsatzszenarien vorbereitet ist. Ob Verkehrsunfälle, Hochwasser, Sturmschäden oder auch Gefahrgutunfälle – die Einsatzkräfte sind für alle Eventualitäten ausgebildet. Gerade auf den Autobahnen, wo die Geschwindigkeiten hoch und die Reaktionszeiten kurz sind, spielen sie eine unverzichtbare Rolle. Hier zählen oft Sekunden, wenn es darum geht, Leben zu retten, den Verkehr zu sichern oder Brände zu löschen, die sich durch auslaufende Betriebsstoffe schnell zu verheerenden Katastrophen ausweiten können.

Kein Einsatz gleicht dem anderen, Routine gibt es in diesem Job nicht. Mit jedem Alarm kann einer der härtesten Tage im Leben eines Feuerwehrmanns oder einer Feuerwehrfrau beginnen. Und doch – oder vielleicht gerade deshalb – sind sie immer da, wenn man sie braucht. Ihre Bereitschaft, alles stehen und liegen zu lassen, um anderen zu helfen, ist nicht nur bewundernswert, sondern auch unverzichtbar für die Sicherheit unserer Gesellschaft.

THW: Technikfreaks mit Herz für Katastrophen

©THW/Susanne Hörle

THW: Technikfreaks mit Herz für Katastrophen

Das Technische Hilfswerk, kurz THW, hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1950 zu einer der wichtigsten Säulen des Katastrophenschutzes in Deutschland entwickelt. Während die Freiwilligen Feuerwehren oft als erste Retter vor Ort bekannt sind, kommt das THW dann zum Einsatz, wenn es richtig kompliziert wird. Seine Aufgabe: technisch anspruchsvolle Probleme zu lösen, die für andere Rettungsdienste zu komplex oder zu gefährlich sind.

Mit einem Arsenal modernster Technik und einem Team hochqualifizierter Spezialisten ist das THW in der Lage, sich den größten Herausforderungen zu stellen, die Natur und Mensch zu bieten haben. Hochwasser, das ganze Landstriche unter Wasser setzt, Erdbeben, das Städte in Schutt und Asche legt, eingestürzte Gebäude, in denen Menschen eingeschlossen sind – das ist die Domäne des THW. Sein Können und seine Ausrüstung sind oft der Schlüssel zur Rettung aus schier aussichtslosen Situationen.

Doch Technik allein genügt nicht. Die Menschen, die hinter dem THW stehen, sind nicht nur Experten auf ihrem Gebiet, sondern auch bereit, alles zu geben, um Leben zu retten. Ob es darum geht, Behelfsbrücken zu bauen, um abgeschnittene Dörfer wieder zu erreichen, oder Deiche zu verstärken, um den Kampf gegen die Fluten zu gewinnen – die Einsatzkräfte des THW sind unermüdlich national und international im Einsatz, um Infrastruktur zu sichern und Schäden so gering wie möglich zu halten.

Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ist dabei ein Paradebeispiel für effizientes Krisenmanagement. Während die Feuerwehr den Brandherd bekämpft oder die unmittelbare Gefahr beseitigt, kümmert sich das THW um die langfristige Sicherung. Das kann bedeuten, instabile Gebäude abzustützen, um weitere Einstürze zu verhindern, oder eine mobile Versorgungseinheit aufzubauen, um die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen.

Für viele von uns sind die Szenarien, in denen das THW zum Einsatz kommt, Stoff aus Katastrophenfilmen. Für die Helferinnen und Helfer des THW sind sie Realität. Wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen und gleichzeitig komplexe technische Probleme zu lösen, sind sie die Profis. Ihr Einsatz geht weit über das normale Maß hinaus, denn sie sind nicht nur Technikfreaks – sie sind Menschen mit einem Herz für Katastrophen, die ihren Beruf aus Leidenschaft und mit großem Verantwortungsbewusstsein ausüben.

Ehrenamt im Wandel: Herausforderungen und Chancen

Ehrenamt im Wandel: Herausforderungen und Chancen

Die Freiwilligen Feuerwehren und das Technische Hilfswerk haben alle Hände voll zu tun. Doch wie überall, wo auf Freiwilligkeit gesetzt wird, gibt es Herausforderungen. Immer weniger Menschen haben Zeit, sich neben Beruf und Familie in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Gerade auf dem Land wird es immer schwieriger, genügend Freiwillige zu finden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Ausbildung und Technik – die Aufgaben werden komplexer, die Einsätze anspruchsvoller. Doch es gibt auch Lichtblicke: Immer mehr junge Menschen entdecken das Ehrenamt für sich. Die Jugendfeuerwehren und die THW-Jugend sind dabei echte Erfolgsgeschichten.

Ein Job für harte Jungs (und Mädels)

©THW/Michael Matthes

Ein Job für harte Jungs (und Mädels)

Die Realität sieht so aus: Ohne diese Freiwilligen geht hierzulande gar nichts. Keine Berufsfeuerwehr könnte das leisten, was diese Ehrenamtlichen Tag für Tag leisten. Ihr Engagement ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine echte Lebensentscheidung. Sie müssen körperlich fit sein, technisch versiert und vor allem – sie müssen einen kühlen Kopf bewahren, wenn es darauf ankommt. Keine leichte Aufgabe, aber eine, die erfüllt und für viele Freiwillige mehr als nur ein Hobby ist

Ein Hoch auf die Unsichtbaren

Es ist an der Zeit, diesen Menschen etwas mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Sie tun ihre Arbeit nicht für Ruhm oder Geld, sondern weil sie wissen, dass geholfen werden muss. Und das oft im Verborgenen, ohne dass es jemand merkt – bis der Moment kommt, in dem es brennt, kracht oder der Fluss über die Ufer tritt. Dann sind sie da, ohne viel Aufhebens zu machen. Ein stilles „Danke“ reicht ihnen meist. Aber vielleicht sollte es hin und wieder ein bisschen mehr sein.

In einer Gesellschaft, in der so viel von Solidarität und Zusammenhalt die Rede ist, sind sie es, die das tagtäglich leben – ohne große Worte, aber mit viel Engagement. Chapeau!

Dieser Artikel hat Ihnen gefallen? Dann haben wir noch einen Lesetipp für Sie: Urlaub mit jemanden, den man Pflegen muss? Geht das? Ja, das geht. Mehr zu diesem Thema in unserem Beitrag „Gemeinsam Kraft tanken: Urlaub im Pflegehotel„.

Die ehrenamtlichen Helfer: Freiwillige Feuerwehr und THW – wenn es darauf ankommt, sind sie zur Stelle
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